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Klassischer Schwimmteich. In den vom Schwimmteichverband Schweiz unterschiedenen fünf Schwimmteichkategorien wird nebst der technischen Ausstattung auch die Üppigkeit der Wasserpflanzenzone definiert.

Architektonischer Biopool mit ausgefeilter Highend-Schwimmteichtechnik – die Kundschaft hat die Wahl zwischen verschiedenen Stilrichtungen.

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Seit 20 Jahren aktiv im Bereich Wasser

Naturbewusstsein, Wellness und Gesundheit – all diese in der heutigen Freizeitgesellschaft wesentlichen Werte verbinden sich mit Schwimmteichen. Das Trendprodukt hat sich in den letzten Jahren technisch und gestalterisch laufend weiterentwickelt: Schwimmteiche werden in verschiedenen Stilrichtungen und einer Vielzahl von Systemen erstellt.

Das Thema der biologisch aufbereiteten Wasserreinigung für Schwimmteiche und Pflanzenkläranlagen, deren individuelle Gestaltung, die Funktionsprinzipien und Bauweisen beschäftigten schon vor vielen Jahren eine Gruppe von innovativen und fortschrittlichen Landschaftsgärtnern. Bereits Ende der 1980er-Jahre wurden erste Schwimmteiche in der Schweiz geplant. Zehn Jahre später entwickelten sich Systembauweisen, erste Schwimmteichprojekte konnten in etwa ab 1995 realisiert werden. Mit Wissbegier, Unternehmergeist und der Bereitschaft, ein gewisses Risiko einzugehen, gingen die Schwimmteich­pioniere der Schweiz ans Werk. Die Materie war neu, auf Erfahrungen konnte nicht zurückgegriffen werden. Das Know-how musste erst erarbeitet werden. Mit Überzeugung und Bestimmtheit verfolgten die Pioniere ihre Visionen und tauschten als Interessengemeinschaft ihre Erkenntnisse aus. Um gemeinsam stärker zu werden, schlossen sich fünf Unternehmer zusammen und arbeiteten daran, weitere Fach­betriebe für dieses Spezialgebiet zu gewinnen. «Naturnahe Badegewässer und Pflanzenkläranlagen» sollten auf den Schweizer Markt gebracht werden. Vorreiter waren die Nachbarländer Deutschland und Österreich, die den Markteintritt bereits vollzogen hatten. 

2000 – das Jahr der Verbandsgründung 

Die Idee, sich als Verband zusammenzuschliessen, entstand vor 20 Jahren. Die Gründungsmitglieder Norbert Lehnert, Heinz Meier, Simon Lustenberger, Martin Moser und Rico Ponato waren überzeugt, dass Naturbewusstsein, Wellness und Gesundheit in der Freizeitgesellschaft eine grössere Rolle spielen werden, und dass Elemente, die diese Faktoren bedienen, zukunftsträchtig sein werden. Weiter sahen sie ein Potenzial darin, mit den neuartigen und umweltfreundlichen Ideen der Wasserreinigung, eine Alternative zu den konventionellen Chlorbädern bieten zu können. 

Unabhängig von der Bauausführung spielt das Zusammenwirken von Bakterien, Mikro­organismen und Wasserpflanzen eine wichtige Rolle. Dies trägt entscheidend zur biologischen Wasseraufbereitung bei. Demselben Grundgedanken folgt auch die Abwasserreinigung in Pflanzenkläranlagen. Anstelle kostenintensiver Technik übernimmt die Natur, unterstützt durch minimale Technik, die Reinigung des Abwassers. 

Die Initianten einigten sich bei der offiziellen Gründung 2020 auf den Namen «Schweizerischer Verband für naturnahe Badegewässer» (SVBP). Dass ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten zu einem Verband nur Vorteile bringen kann, davon konnten weitere Unternehmer überzeugt werden. Deutlich im Branchenleitbild ist bis heute das Bewusstsein verankert, dass sich ein Schwimmteichmarkt nur mit einwandfreier Qualität und Fachkompetenz entwickeln und etablieren kann. Das Ziel wurde erreicht. Der SVBP wuchs stetig und wurde immer bekannter. Aktuell zählt der Verband 40 spezialisierte Unternehmen als Mitglieder. 

Der Verband blieb stets auf dem Vormarsch

Gemäss einer Marktforschung wurden in der Schweiz bis 2008 rund 2500 private Schwimmteichanlagen gebaut. Einzelne Anlagen konnten im öffentlichen Bereich verwirklicht werden. Derzeit entstehen zumeist im Privatbereich jährlich rund 300 Schwimmteiche in unterschiedlichen Bauweisen, Bausystemen, Grös­sen, Formen und technischen Ausführungen. Die Entwicklungsjahre tragen Früchte. Aus wasserbiologischer und bautechnischer Sicht wurden in den letzten zehn Jahren wegweisende Entwicklungen erzielt. Lang­jährig gesammelte Erfahrungswerte innerhalb des Verbandes, grosses Know-how sowie laufende Forschungsprojekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), bewirkten gros­se Fortschritte. 

Laufende Aktivitäten über die Jahre

Der Schwimmteichverband, der seit 2019 mit dem Namen «Schwimmteichverband Schweiz» auftritt, wirkt nach innen und aussen. Der langjährig amtierende Präsident Heinz Meier und seine Vorstände engagieren sich auf verschiedenen Ebenen. Sie repräsentieren das Spezialgebiet, vertreten die Interessen der Mitglieder auf verschiedenen Ebenen, pflegen Kontakte zu offiziellen Stellen, leisten Öffentlichkeitsarbeit und organisieren Weiterbildungsanlässe. Die jährlich durchgeführten  Fachveranstaltungen und Exkursionen tragen dazu bei, dass Neuigkeiten und aktuelles Fachwissen zu den Mitgliedern gelangen. 

Im Jahr 2006 wurde der erste «Lehrgang zum Schwimmteichbauer» an der Hochschule Wädenswil angeboten. Seit 2012 können verschiedene Lehrgänge und Module zum «diplomierten Schwimmteichplaner, Schwimmteichbauer und/oder Schwimmteichpfleger» absolviert werden. Dadurch soll der Fachsektor weiterwachsen, das Spezialwissen an den Nachwuchs weitergegeben und die Branche mit Fachkräften im professionellen Schwimmteich- und Naturpoolbau laufend gestärkt werden. 

In den Jahren 2013 und 2017 erarbeitete eine Gruppe von Schwimmteichexperten aus dem Verband eine «Fachempfehlung für den Bau von privaten und öffentlichen, künstlich angelegten Badegewässern». Sie soll für die Projektierung, Ausführung sowie für den Betrieb von Schwimmteichanlagen verwendet werden und als Basis für Begutachtungen dienen.

Klare Definition von Schwimmteichen und Naturpools

Mit der offiziellen Einführung von fünf verschiedenen Schwimmteichkategorien, die im Jahr 2007 im Verband definiert wurden, wurde das Mass an technischer Ausstattung und die Üppigkeit der Wasserpflanzenzonen festgelegt. Die fünf Abstufungen decken den klassischen Schwimmteich bis hin zum architektonischen Biopool mit ausgefeilter Highend-Teichtechnik ab. Die Schwimmteich- und Naturpoolbauer können somit ein breites Spektrum an natürlichen Badeanlagen in verschiedenen Stilrichtungen anbieten. Ob eine liebliche Regenerationszone mit Sumpf- und Wasserpflanzen und Teich­lebewesen «attraktiver» erscheint als eine pool­artige Anlage mit biologischer Wasseraufbereitung, kann der Kunde anhand der verschiedenen Kategorien selber entscheiden.  

Schwimmteich und Naturpool  – Trendprodukt

Aktiv sein im Bereich Wasser kann zeitgemässer nicht sein. Mit der Gestaltung und dem Bau von Schwimmteichen und Biopools sind die spezialisierten Landschaftsgärtner im Trend. Das Thema Nachhaltigkeit und die Förderung der Biodiversität sind in aller Munde, der ökologische Gedanke zählt und das Gesundheitsbewusstsein der Menschen steigt stetig. Mit diesen zentralen und allgegenwärtigen Themen ist der Spezialzweig weiterhin auf einem marktorientierten Weg und kann optimistisch in die Zukunft blicken. Für die Vorstände und «Macher» des Schwimmteichverbandes Schweiz ­haben sich die 20 Jahre Verbands­tätigkeit gelohnt. Ihnen und allen aktiven Mitgliedern der Schwimmteichbranche sei für ihr Engagement und ihre andauernde Leidenschaft am «Wasser» herzlich gedankt. |

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Lehrgang Vegetationstechnik in der Klima- und Schwammstadt
Im Fokus stehen gesamtheitliche Konzepte, für resiliente, hitzemindernde und wassersensible Freiraumgestaltung.
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Im Fokus stehen gesamtheitliche Konzepte, für resiliente, hitzemindernde und wassersensible Freiraumgestaltung. Der Lehrgang zur Fachperson Vegetationstechnik in der Klima- und Schwammstadt (6 ECTS) dauert 12 Monate (inkl. Projektarbeit). Die 24 Präsenztage fallen voraussichtlich auf den Donnerstag. Der Unterricht findet von 9 bis16 Uhr statt (6 Lektionen à 45 Minuten). Kosten: Fr. 5900.–.
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Fachvorträge zu aktuellen Themen wie Anpassung der Sportrasenpflege an den Klimawandel, Bekämpfung des Japankäfers mit Nematoden sowie neue Aufbauten im Sportplatzbau. Das Nachmittagsprogramm dreht sich um konkrete Praxisanwendungen und innovative Entwicklungen rund um die Sportrasenpflege. Die Teilnehmerzahl ist auf 140 beschränkt. Die Kurskosten betragen 129 Franken.
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